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  09.09.2010   
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VII. Empfehlung 5: Achten Sie auf den Zustand von Erscheinungen, ihre Veränderungen und das "Wie" der Veränderungen!

Die Wahrnehmung richtet sich automatisch auf Veränderungen. Dadurch wird der Blick auf das Gleichbleibende verstellt. Die folgenden Fragen gehen von dem Ziel aus, zunächst das Gleichbleibende wahrzunehmen und vor diesem Hintergrund die Veränderungen – anders – wahrzunehmen. Die folgenden Fragen können Ihnen helfen, die Empfehlung in einer für Sie sinnvollen Weise zu interpretieren. Da die meisten Wahrnehmungen optische sind, sollen die Fragen exemplarisch anhand der Betrachtung einer tatsächlich existierenden Landschaft entwickelt werden:

  • Welche Elemente der Landschaft sind statisch?

  • Wie sind die einzelnen statischen Elemente jeweils beschaffen?

  • In welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Wo gibt es (statische) Schwerpunkte in dem Gesamtbild? Wo verlaufen Linien? Wo werden Linien gebrochen? Wie sind die Proportionen? Diese Fragen kann man auf zwei und auf drei Dimensionen beziehen.

  • Welche Farben und Schattierungen gibt es?

  • Welche Elemente bewegen sich? In welchen Etappen tun sie das?

  • In welchem Positions-, Proportions-, Geschwindigkeits- und Richtungsverhältnis stehen die bewegten Elemente zu einander?

  • Wie verhalten sie sich zu den statischen Elementen?

  • Welches Gesamtbild oder -szenario entsteht?

  • Welcher Rhythmus durchzieht das Gesamtbild?

  • Ist trotz des entstehenden Rhythmus' das Gleichbleibende noch spürbar?

Manche Menschen gehen freilich besser nicht derart analytisch an Bilder heran, sondern lassen sie einfach auf sich wirken. Sie nehmen teilweise "intuitiv" mehr wahr.

Schwieriger als das Beobachten von Bildern ist die Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen. Auch hier ließe sich wohl ein stützender Fragenkatalog zu Mimik, Gestik, Körperhaltung und -bewegung und verschiedene sprachliche Parameter entwickeln. Angesichts der Komplexität der menschlichen Äußerungen und der ihnen zugrundeliegenden Befindlichkeiten würde dies den hier gesetzten Rahmen bei weitem sprengen. Statt dessen sei an dieser Stelle nur kurz in Erinnerung gerufen, was schon im 2. Kapitel ausgeführt wurde: Wenn wir uns fragen, "wie" sich etwas verändert und welche Teilveränderungen vor sich gehen, strukturieren wir Zeit und erhalten so Zugang zu ihr. Zeit wird über Mikro-Veränderungen wahrnehmbar.

 

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Aktualisiert am: 16.07.2008
 
         
 

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