VII. Empfehlung 5: Achten Sie
auf den Zustand von Erscheinungen, ihre Veränderungen
und das "Wie" der Veränderungen!
Die Wahrnehmung richtet sich automatisch auf Veränderungen.
Dadurch wird der Blick auf das Gleichbleibende verstellt.
Die folgenden Fragen gehen von dem Ziel aus, zunächst
das Gleichbleibende wahrzunehmen und vor diesem Hintergrund
die Veränderungen – anders – wahrzunehmen.
Die folgenden Fragen können Ihnen helfen, die Empfehlung
in einer für Sie sinnvollen Weise zu interpretieren.
Da die meisten Wahrnehmungen optische sind, sollen die
Fragen exemplarisch anhand der Betrachtung einer tatsächlich
existierenden Landschaft entwickelt werden:
-
Welche Elemente der Landschaft sind statisch?
-
Wie sind die einzelnen statischen Elemente jeweils
beschaffen?
-
In welchem Verhältnis stehen sie zueinander?
Wo gibt es (statische) Schwerpunkte in dem Gesamtbild?
Wo verlaufen Linien? Wo werden Linien gebrochen? Wie
sind die Proportionen? Diese Fragen kann man auf zwei
und auf drei Dimensionen beziehen.
-
Welche Farben und Schattierungen gibt es?
-
Welche Elemente bewegen sich? In welchen Etappen
tun sie das?
-
In welchem Positions-, Proportions-, Geschwindigkeits-
und Richtungsverhältnis stehen die bewegten Elemente
zu einander?
-
Wie verhalten sie sich zu den statischen Elementen?
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Welches Gesamtbild oder -szenario entsteht?
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Welcher Rhythmus durchzieht das Gesamtbild?
-
Ist trotz des entstehenden Rhythmus' das Gleichbleibende
noch spürbar?
Manche Menschen gehen freilich besser nicht derart analytisch
an Bilder heran, sondern lassen sie einfach auf sich wirken.
Sie nehmen teilweise "intuitiv" mehr wahr.
Schwieriger als das Beobachten von Bildern ist die Beobachtung
menschlicher Verhaltensweisen. Auch hier ließe sich
wohl ein stützender Fragenkatalog zu Mimik, Gestik,
Körperhaltung und -bewegung und verschiedene sprachliche
Parameter entwickeln. Angesichts der Komplexität
der menschlichen Äußerungen und der ihnen zugrundeliegenden
Befindlichkeiten würde dies den hier gesetzten Rahmen
bei weitem sprengen. Statt dessen sei an dieser Stelle
nur kurz in Erinnerung gerufen, was schon im 2. Kapitel
ausgeführt wurde: Wenn wir uns fragen, "wie" sich
etwas verändert und welche Teilveränderungen
vor sich gehen, strukturieren wir Zeit und erhalten so
Zugang zu ihr. Zeit wird über Mikro-Veränderungen
wahrnehmbar.