III.
Die Empfehlung 1: Bewusste Wahl unserer Tätigkeiten
auch im Hinblick auf die Schnelligkeit des Zeit-Verfließens
Diese Empfehlung können Sie am besten umsetzen, wenn
Sie als Vorarbeit das eben erläuterte Zeitwahrnehmungsnotizbuch
führen. Denn nur aufgrund Ihrer persönlichen Erfahrung
lässt sich mit Sicherheit sagen, welche Tätigkeiten
bei Ihnen zu einer intensiven Zeitwahrnehmung führen.
Nehmen Sie in Wochenabständen Ihr Zeitwahrnehmungsnotizbuch
zur Hand. Versuchen Sie durch Durchsicht Ihrer Antworten
zu Frage 1 herauszufinden, welche Tätigkeit zu der
intensivsten Zeitwahrnehmung geführt hat, welche zu
der zweitintensivsten und so weiter.
Überlegen Sie sich bitte weiterhin, ob Sie in Zukunft
die Tätigkeiten, die zu einer weniger intensiven Zeitwahrnehmung
geführt haben, noch im bisherigen Umfang weiterbetreiben
müssen oder wollen! Wie im 2. Kapitel erläutert,
kann es dafür ja durchaus verständliche Gründe
geben, wenn nicht sogar ein Zwang zu dieser Tätigkeit
besteht. Uns geht es nur darum festzustellen, ob
- die Zwänge wirklich unvermeidbar und damit echte
Zwänge sind,
- uns die Gründe für die Ausübung einer
bestimmten Tätigkeit den jeweiligen Verlust an Zeitwahrnehmung
wert sind.
Natürlich spielt bei der Beantwortung der zweiten
Frage eine Vielzahl von Elementen eine Rolle: Unsere ethischen
Ziele, unser Bedarf an Geld, der Spaß, den wir an
bestimmten Tätigkeiten haben etc. Und selbstverständlich
möchte ich Ihnen nicht im geringsten die Antwort vorgeben.
Umgekehrt antworten viele Menschen auf die Frage, ob ihnen
eine bestimmte Tätigkeit den damit verbundenen Verlust
an Zeitwahrnehmung wert ist: "Nein, eigentlich nicht,
wenn ich ganz ehrlich bin. Allerdings habe ich mir diese
Frage so auch noch nie gestellt."
Nach dieser Feststellung hat man die Möglichkeit,
seinen Alltag dahingehend umzustellen, dass das Gewicht
dieser Tätigkeiten abnimmt und umgekehrt andere, zeitwahrnehmungsintensive
Tätigkeiten mehr Raum einnehmen. So erfährt man
unmittelbar einen erheblichen Gewinn an erlebter Lebenszeit!
Auch Sie sollten daher vielleicht Ihre derzeitigen Hauptbetätigungen
auf ihre Zeitwahrnehmungsintensität überprüfen.