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Die Ausgangspunkte der Schulungswege Gehen die Schulungswege immer von den Eckpunkten aus? Nein, oft auch von Punkten dazwischen oder von einer ganzen Linie. Zum Beispiel geht Singen als geistiger Schulungsweg von der Zone rechts zwischen Körper und Gefühl aus, um von dort aus die dahinter liegende Zone zu erschließen. |
Einige mir bekannte Hatha-Yoga-Lehrer gehen vom Körper (vorne unten rechts) aus, versuchen aber zugleich ein anderes Weltbild zu vermitteln; so dass der ganze untere Bogen aktiviert wird, bevor die Ich- und Gefühlstransformation angegangen wird. |
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Andere Hatha-Yoga-Lehrer gehen nur vom Körper aus und steuern diagonal auf die Ichlosigkeit zu, ohne sich um das Weltbild zu kümmern. Ein solches Vorgehen ist insofern eine Ausnahme, als die meisten mir bekannten Schulungswege nicht von einer Ecke vorne die genau entgegengesetzte hinten ansteuern. Das Beispiel Hatha-Yoga zeigt zugleich, dass sich hinter einem Label doch große Unterschiede verbergen können. Wenn wir das gesamte Yoga-Spektrum in den Blick nehmen, finden wir letztlich alle bisher und im folgenden geschilderten Ausgangspunkte und Erschließungsbewegungen vertreten. Warum legen wir hier einen solchen Wert auf den Ausgangspunkt? Nun, der Ausgangspunkt ist die Basis, der Ankerplatz für die Entwicklung. Ist er falsch gewählt, kann die Entwicklung schief gehen, unnötig lang dauern oder scheitern. Meistens empfiehlt es sich, von einem auf der vorderen Ebene gut ausgeprägten Ausgangspunkt die Reise zu beginnen. Wenn ich ein unterentwickeltes Körperempfinden habe, werde ich erst recht nicht energetisch empfinden können. Empfinde ich Gefühle nur schwach, wird sich nur schwer ein Weg in Richtung Mitgefühl finden etc. Menschen können in ihrer Entwicklung aber auch daran scheitern, dass ihr Ausgangspunkt auf der vorderen Ebene zu stark entwickelt ist: Bin ich zu stark im Bann triebdominierter Sexualität, kann ich schwer die subtile Auflösung des Körperempfindens in Richtung Energie bewerkstelligen. Ist mein Bild von dieser Welt zu fest gefügt, klammere ich nicht in dieses Bild passende Ereignisse aus; das ist sogar ein in der Wissenschaftstheorie bekanntes Phänomen. Sind mir meine Gefühle in aller ihrer Pracht das Höchste, werde ich schwerlich auf diesen Reichtum verzichten wollen. Vor allem aber ist das Ich-Verständnis meist so zubetoniert, dass es keinen direkten Weg vom Ich zur Ichlosigkeit gibt. Der längere Weg kann also auch der bessere sein. Frei nach der alten chinesischen Weisheit: Wenn Du es eilig hast, mache einen Umweg! |
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Schauen wir uns nun noch einige weitere Beispiele für geistige Schulungswege an. Wenn man der Darstellung des Rosenkreuzer-Weges auf www.rosenkreuzer.de Glauben schenken darf, beginnt diese Ausbildung mit der Vermittlung von theoretischem Verständnis von der Welt hinter der Welt. Es folgen Übungen zur Umwandlung der üblichen Körper-Erfahrung in Energie-Erfahrung. Sodann sollen die Gefühle transformiert werden. Erst am Ende steht die Ichauflösung an. Ein ähnlicher Ausbildungsweg wird übrigens auch innerhalb einiger anthroposophischen Gesellschaften angeboten.
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Mehrere mir bekannte Reiki-Lehrer gehen wie folgt vor: an erster Stelle steht die Umwandlung von Körpererfahrung in Energieerfahrung. Zur Unterstützung wird ein Weltbild verbreitet, dass eifrig höhere Wesen postuliert, deren Werkzeug man bei der Ausübung des Reiki wird. Diese höhere Wesen sind die eigentlichen Quellen des reinen Mitgefühls, der uneigennützigen Liebe. Daher nebenstehend die gestrichelte Linie von unten links hinten nach oben rechts hinten. Es geht diesen Lehrern also nicht etwa um die Umwandlung der eigenen Gefühle in uneigennütziges Mitgefühl! Auch mit der Umwandlung des Ichs in Ichlosigkeit hatten sie nichts am Hut. Sie wollten weiter ihr Ego kultivieren. Eine Lehrerin hegte und pflegte z.B. ihre dem Ego schmeichelnden hochtrabenden Pläne für ein von ihr initiiertes und geleitetes Body-and-Mind-Zentrum. Eine andere war sehr daran interessiert, ein gewöhnliches Gefühlsleben aufrecht zu erhalten. Sehr sympathisch gewiss, aber leider in beiden Fällen völlig unbeleckt von Aspekten der Selbstbefreiung. |
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Aktualisiert am: 16.07.2008 |