Körper wird Energie und Raum
Die beiden noch nicht erläuterten Punkte des Würfels sind die Punkte unten hinten. Zunächst: Was entspricht dem Körper auf der hinteren Ebene? Meine These ist: Die Entsprechung des Körpers auf der Rückseite ist eine Art Energie. Der Grund für die Annahme ist, dass alle Kontinente übergreifend und sowohl in Hoch- als auch so genannten primitiven Kulturen das Konzept der im Körper und durch den Körper zu lenkenden Energie Verwendung findet; freilich noch mit Ausnahme der im Westen vorherrschenden Kultur. Die Arbeit mit Energiezentren (Chakren) und Energielinien findet sich in schamanischen Traditionen aller Kontinente wie auch in der chinesischen und süd-indischen Medizin. Indem man Zugang zu der Welt der Körperenergie gewinnt, verändert sich das gewöhnliche Verständnis vom (eigenen) Körper. Der Körper wird als etwas wesentlich Durchlässigeres, Flüssigeres empfunden. Selbst die gewöhnliche Ästhetik wird relativiert; eine andere tritt an ihre Stelle.
Was bedeutet dies nur für Sie, wenn Sie für sich eine geistige Schulung suchen? Müssen Sie sich zwangsläufig auf die Arbeit mit diesen Energien einlassen? Nun, die meisten traditionellen Schulen und Lehren bieten den Zugang zu der Rückseite – mit unterschiedlicher Reihenfolge - als Viererpaket an; so zum Beispiel der in Deutschland dominante tibetische Buddhismus. Wenn man die Arbeit mit Energien und Chakren nicht mitmachen will, hat man es in diesen Traditionen nicht unbedingt leicht. Daneben gibt es aber auch einige wenige Schulungsangebote, welche von einem gewöhnlichen Körper- und Weltbild ausgehen und nur für das Ich und die Gefühle die hintere Ebene erschließen wollen.
Macht es Sinn, nur isoliert den Umgang mit den Energien zu lernen? Auch das kann Sinn machen, insofern energetische Störungen als eine Ursache für Krankheiten gelten. Auch kann die Arbeit mit Energien der entscheidende erste Schritt zur Erschließung der hinteren Ebene, der Rückseite sein. Dies vor allem für diejenigen Menschen, bei denen der Körper das stärkste Element auf der Vorderseite ist. Allerdings schafft die Arbeit mit Energie nicht alleine und bestimmt nicht zwangsläufig Zugang zu den höheren Zuständen der Befreiung, der Ichlosigkeit.
Sollte man sich der Arbeit mit Energien im Zweifel öffnen? Einerseits kann die Arbeit mit Energien den Zugang oder die Verankerung von Erfahrung auf der hinteren Ebene, der Rückseite erleichtern. Insofern sollte man sich in der Tat im Zweifel dieser Form von Arbeit öffnen, wenn man nicht zu große innere Widerstände dagegen verspürt. Andererseits sollte die Arbeit mit Energien nicht von dem Hauptziel der Befreiungslehren ablenken, das gewöhnliche Ich und die gewöhnlichen Gefühle hinter sich zu lassen; wenn man denn dieses Ziel hat.
Welche Methoden finden Verwendung, um einen Körper in der eigenen Erfahrung zu Energie und Raum werden zu lassen? Das Spektrum ist hier besonders breit gefächert. Schüler werden passiv den Energien ausgesetzt, lernen Energie zu empfangen; lernen Energie weiterzugeben; lernen Energie “aus dem Kosmos” oder von “höheren Wesen” zu empfangen; teilweise werden hier ungewöhnliche weltanschauliche Vorstellungen mit transportiert. Teilweise arbeiten die Schulen aber auch nur mit einfachen Visualisierungen (z.B. Körper als durchlässiger Raum), mit körperlichen Übungen, mit direktem Körperkontakt, mit Klängen oder mit Gesang. |