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  06.02.2012   
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3. Die Auswertung

Sicher ist die Auswertung Ihres persönlichen Fragebogens der schwierigste und langwierigste Schritt. Es wird aber auch derjenige sein, der Ihnen am meisten nützen kann. Damit Sie es leichter schaffen, die verschiedenen Antworten zu einander ins Verhältnis zu setzen, hier noch einige Hinweise:

Die Fragekomplexe 1.1. bis 1.9. und 2.1. bis 2.9. sind weitgehend parallel aufgebaut. Das dient dazu, Ihnen einen Soll-Ist-Vergleich zu ermöglichen: Welche ethischen Vorstellungen wollen Sie haben bzw. entwickeln (1.1. bis 1.9.)? Und inwieweit setzen Sie diese ethischen Vorstellungen faktisch in Ihrem Leben um (2.1. bis 2.9.)? Füllen Sie die beiden Teile bitte zeitlich getrennt aus.

Eine Methode der Auswertung besteht darin, Ihre Antworten zu Teil 1 und zu Teil 2 nebeneinander zu legen, parallel zu lesen und zu analysieren (also 1.2. + 2.2., 1.3. + 2.3. 1.4.. + 2.4. ...). Dabei sind die Antworten zu den Fragen 1.9. und 2.9. vermutlich die wichtigsten: Sie geben Antwort darauf, inwieweit die grundsätzliche Gewichtung in Ihrem Leben mit Ihren Idealvorstellungen über Ihr Leben übereinstimmt. Die Antwort wird deutlicher, wenn Sie tatsächlich wie empfohlen Ihre verfügbare Zeit prozentual oder anteilsmäßig auf die verschiedenen Lebensaspekte (1.2. - 1.8.) verteilen. Das kostet natürlich eine gewisse Überwindung, handelt es sich doch um Fragen, die gewöhnlich nicht mit quantitativen Einheiten belegt werden. Doch machen Sie sich nichts vor: Ob Sie den Fragebogen in diesem Sinne ausfüllen oder nicht, Sie entscheiden tagtäglich durch Ihre Zeitverwendung darüber, welche Bedeutung Sie den Lebensaspekten beimessen; das ist das Entscheidende und nicht der Fragebogen, der nur Abweichungen zwischen Ihrer idealen und Ihrer faktischen Zeitverwendung bzw. Schwerpunktsetzung aufdeckt!

Vielleicht sind die aufgeführten Lebensaspekte für Sie nicht verständlich oder nicht griffig genug. In diesem Fall können Sie den wichtigsten oder die beiden wichtigsten Fragen in jedem Unterabschnitt herausgreifen, sich über deren Bedeutung für Sie Klarheit verschaffen und über die Fragen 1.9. + 2.9. untereinander ins Verhältnis setzen. Hierin besteht eine zweite sinnvolle Auswertung.

Die Auswertung und der Fragebogen selbst wirken auf Sie vielleicht sehr "technisch" und kalt. Müssen ethische Fragen nicht vielmehr intuitiv beantwortet werden? Dazu ist zu sagen: Intuition sollte man nie ignorieren. Allerdings sollte man trotzdem sicherstellen, dass man alle möglicherweise relevanten Aspekte in den Blick genommen hat; hierbei kann der Fragebogen auch intuitiv veranlagten Menschen helfen, selbst wenn sie den Fragebogen nicht im eigentlichen Sinne bearbeiten wollen. Auch kann der Fragebogen bewirken, dass die Intuition von einer vordergründigen in eine tiefere Ebene vordringt und so geschärft wird. Das ist doch auch nicht schlecht, oder? Dabei ist freilich klar, dass der Fragebogen zwar ein ungewöhnlich systematisches, aber immer noch ein unvollständiges und vereinfachendes Hilfsmittel zur Entwicklung einer angemessenen persönlichen Ethik ist.


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Aktualisiert am: 16.07.2008
 
         
 

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