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Tip 1: Beschäftigen Sie sich mit Buddhismus! Es geht nicht darum, dass Sie selber Buddhist werden. Schon die rein intellektuelle Beschäftigung mit Buddhismus wird Ihnen vieles von dem Leben Ihres Partners erschließen. Sie brauchen dabei nicht unkritisch zu sein. Die Beschäftigung mit Buddhismus wirkt gegen die Entfremdung, die nicht selten zwischen einem buddhistischen und einem nicht-buddhistischen Partner auftritt. Tip 2: Attackieren Sie den Buddhismus nicht! Außer vielleicht in der Frühphase der kritischen Prüfung des Buddhismus durch einen frisch Interessierten bewirken massive, d.h. emotional heftige Angriffe auf den Buddhismus bei einem Buddhisten nur, dass er sich abwendet. Tip 3: Klammern Sie nicht und treten Sie nicht in Konkurrenz zum Buddhismus - Sie haben sonst schon verloren! So schwer es fällt, versuchen Sie nicht, Ihren Partner an sich zu binden. Jede Haltung in Richtung “entweder Du entscheidest Dich für Buddhismus oder für mich” droht ihn abzuschrecken; jedenfalls sobald Ihr Partner von der durch Buddhismus vermittelten anderen Grundhaltung, der inneren Befreiung “einen Geschmack bekommen hat”, wie die Buddhisten sagen. Glauben Sie auch nicht, dass Ihr Partner sich – vielleicht wie früher - ständig Ihnen zuwenden müsste. Es gibt nicht nur sich stets voll zugewandte Paare die gut funktionieren; sondern eben auch solche, in denen die Partner unterschiedliche Interessen pflegen und meist in verschiedene Richtungen blicken. Aber hier sind wir an einem Punkt angelangt, der den Bereich meiner Kompetenz endgültig übersteigt. Ich möchte Sie mit diesen Zeilen nur ermutigen, auch die üblichen Mechanismen in einer Paarbeziehung in den Blick zu nehmen. Zumindest bei den nicht direkt zur Erleuchtung durchgestarteten Buddhisten dürfte die Wirkung einer starken Beschäftigung mit Buddhismus auf die Paarbeziehung zunächst auch nicht so viel anders als bei einer anderen “Neuausrichtung” des Partners sein, zum Beispiel in Richtung eines faszinierenden Berufes. |
Tip 4: Sehen Sie Ihren Partner als in einem Wandlungsprozess begriffen, gegen den die Pubertät ein Kinderspiel ist! Wenn Sie selber keine vergleichbare geistige Ausbildung durchlaufen (haben), machen Sie sich wahrscheinlich kein angemessenes Bild von dem Umfang des Wandlungsprozesses, um den es geht (vielleicht zu ihrem Glück viele Einsteiger auch nicht). Als Bild für ein besseres Verständnis: Gehen Sie davon aus, dass das gesamte Innenleben Ihres Partners einmal auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt wird. Und das ganze dauert mindestens Jahre. Sicher bleiben einige “Bausteine” oder Wesenszüge weitgehend unverändert, insbesondere wenn Ihr Partner von Natur oder Erziehung aus eine fast buddhistische Haltung hat. Dieser Prozess ist spannend anzusehen. Und er ist mühsam für den, der ihn durchläuft. Es geht für ihn oft unverständlich vor und zurück, seitwärts und verquer, die bisherigen Werte kämpfen in ihm selber mit den buddhistischen, er stellt eine Diskrepanz zwischen seinem Bild von sich selber und der Realität fest, er rätselt über den richtigen Weg und sich selber. Tip 5: Keinen Anspruch auf Konstanz erheben! Es ist fraglich, ob es so etwas überhaupt in Beziehungen geben kann oder soll. Aber jedenfalls hat es keinen Sinn, einem Buddhisten vorzuwerfen: “Früher warst Du aber soundso” oder “früher sagtest Du mir aber, dass...”. Denn was Sie beklagen, wird er als Zeichen seiner inneren Entwicklung sehen. Und die bejaht er im Zweifel. Hingegen ist es richtig und gut, die Veränderungen möglichst wertungsfrei zu benennen. Dadurch zeigen Sie, dass Sie ihren Partner wahrnehmen und verstehen. Sie geben ihm Feed-back, was er vielleicht sogar dringend nötig hat. Sie wachsen so auch in eine neue Rolle hinein. |
Aktualisiert am: 16.07.2008 |