Gibt es eine Definition des westlichen Buddhismus?
Damit sind wir vielleicht auch bei einem wichtigen begrifflichen Merkmal von “westlichem Buddhismus”. Es ist ein negatives Merkmal: das fehlen von kulturellen Einfärbungen der traditionellen buddhistischen Gebiete. Ist es auch das einzige Merkmal? Nun, das kann man sehen wie man will. Es herrscht in geisteswissenschaftlichen Fragen bekanntlich Definitionsfreiheit.
Wenn man das negative Merkmal als das einzige definieren würde, käme man zu einem des Größenwahns verdächtigen Ergebnis. Westlicher Buddhismus wäre dann mit der kulturell nicht geprägten buddhistischen Essenz gleichzusetzen (wobei Essenz hierbei nicht als feststehende Lehrsätze zu verstehen ist, siehe unter Ratgeber).
Wenn man aber westlichen Buddhismus mit der buddhistischen Essenz gleichsetzt, blockiert man sich im Denken. Denn man hält dann an die hiesige Kultur angepasste Vermittlungsformen und Wege zur buddhistischen Essenz nicht mehr für möglich. Das ist schade. Denn solche Vermittlungsformen tun Not. Übrigens genauso wie der Buddhismus auf vorbuddhistische und das Christentum auf vorchristliche Vorstellungen eingehen musste, um in neuen Territorien Fuß zu fassen.
Es ist also pragmatisch nicht sinnvoll, den Begriff “westlichen Buddhismus” nur auf das Fehlen von Einflüssen asiatischer Kultur zu reduzieren. Wir wollen im folgenden deshalb “westlichen Buddhismus” annäherungsweise so verstehen: Buddhismus mit westlichem kulturellen Einfluss. Ob es einen solchen Buddhismus schon gibt, können wir erst einmal dahin gestellt sein lassen. Sollte es ihn noch nicht geben, kann der Begriff immerhin noch normativ verstanden werden.
Kein westlicher Buddhismus
Wir starten unseren Internet-Streifzug mit der Seite, die aufgrund zahlreicher Verweise der regionalen Untergruppierungen (bzw. Beherrschung der Suchmaschinentechnik) sowieso überall obenauf liegt, auch wenn bei Google und anderenorts "Buddhismus gerade in seiner westlichen Form" auftaucht: www.buddhismus.de. Diese Seite gehört zu der netzwerkartigen Organisation von Lama Ole Nydahl, die unter dem Begriff “Diamantweg-Buddhismus” firmiert. Sie erkennt den vom Dalai Lama nicht anerkannten 17. Karmapa an, der vielleicht ja trotzdem “ein richtiger” ist – wer weiß. Die Zentren des Diamantweg-Buddhismus halten Meditationstexte in westlichen Sprachen bereit. Die Lehrer dieser Richtung nehmen sehr gut auf die westlichen Lebensumstände und die westliche psychologische Terminologie Bezug. Sie gewinnen so das Interesse vieler hiesiger Menschen für den Buddhismus. Das ist verdienstvoll. Es hat bloß mit westlichem Buddhismus recht wenig zu tun. Denn im Kern bleiben sie hautnah an den traditionellen tibetischen Vermittlungsformen (wie z.B. Guru-Meditation, Anrufung von Schutzgottheiten) und bei manchen Veranstaltungen sogar an der tibetischen Mythologie. Auch das ist natürlich keineswegs zu verurteilen, bloß nicht unser Thema. Natürlich hat diese Richtung nicht das Monopol darin, westliche Interessierte auf den Umweg über die tibetische Kultur an den Buddhismus heran zu führen. Dieser (Um-) Weg ist vielmehr die Regel. Da der Diamantweg-Buddhismus im deutschsprachigen Raum die mit Abstand stärkste Präsenz hat, gibt die Organisation besonders gut Gelegenheit, den Unterschied zu markieren.
Der solide Einstieg
Beginnen wir als eigentlichen Einstieg mit einem Indologen und allgemein Geisteswissenschaftler: Alois Payer. Unter http://www.payer.de/budlink.htm finden sich zahlreiche grundsolide Texte zu vielen Aspekten des Buddhismus; darunter auch solche, die sich speziell mit der Vermittlung des Buddhismus im Westen beschäftigen. Dies geht los mit einem Blick in die Geschichte der Buddhismus-Rezeption http://www.payer.de/einzel/westbud.htm; als Ergänzung dazu empfehlenswert: http://www.purifymind.com/Modern.htm. Wem dieser Ansatz zu historisch ist, wird vielleicht an http://www.payer.de/einzel/buddhath.htm gefallen finden: Hier geht Payer von dem westlichen Religionsverständnis aus und grenzt den Buddhismus in seinem Kern als atheistische Religion von unserem üblichen theistischen Religionsverständnis ab; ganz nebenbei legt er den Kern des Buddhismus von seinen kulturellen Begleitphänomenen frei. Dieser klare Blick ist auch in dem unter http://www.payer.de/einzel/buddhwest.htm zu findenden Vortrag zu spüren, in welchem Payer freilich manchmal arg salopp unter Bezugnahme auf Lama Anagarika Govinda “Lebendiger Buddhismus im Abendland” darlegt, dass es bei der Vermittlung des Buddhismus im Westen nicht darum gehen kann, uns zu Indern, Japanern oder Tibetern zu erziehen.
Weitere Vorreiter im deutschsprachigen Raum
Dem Journalisten und Indologen Hans Gruber kommt das Verdienst zu, mit seinem “Kursbuch Vipassana” (Fischer-tb, F.a.M. 1999, ISBN 3-596-14393-4), die aus der birmesischen Theravada-Tradition entstandene Einsichtsmeditation breiteren Kreisen bekannt gemacht zu haben. Diese Methode ist weitgehend frei von kulturellen Einflüssen. Zugleich ermöglicht die Kenntnis dieser Methode einen Vergleich mit Zen und tibetischem Buddhismus. Legt man die drei Ausprägungen des Buddhismus übereinander, bleibt vielleicht die eigentliche Essenz des Buddhismus übrig. Vielleicht hatte Gruber dies im Sinn gehabt. Denn er stellt unter http://www.buddha-heute.de/index.html ein Angebot an Texten bereit, dass sehr stark in Richtung eines selbständigen westlichen Buddhismus zielt. Gruber arbeitet derzeit an einer Übersetzung von Nagarjuna, der ja schon für Stephen Batchelor zum wichtigsten Bezugspunkt wurde (vgl. dessen dichterische Übersetzung “Verses from the Centre”.
Neben Payer und Gruber gibt es einen dritten im Internet aktiven Autor, der ein beachtliches Spektrum an deutschsprachigen Aufsätzen zum Thema Buddhismus und Westen bereithält: “Francesco Ficicchia”. Ironischerweise benutzt er ausgerechnet das Sanskrit-Wort für “Neuen Weg” als Domain-Name: http://www.navayana.ch. Absicht? Seine Texte sind von einer Haltung getragen, die der von yourlife.info sehr ähnlich ist.
Die antagonistischen Stars des westlichen Buddhismus: Sangharakshita und Batchelor
Es gibt einen unbuddhistisch polemischen Text, der gleichwohl Ähnlichkeiten und Unterschiede von beiden Hauptdarstellern auf der Bühne “westlicher Buddhismus” auf einen Schlag offen legt. Es ist eine von Sangharakshita geschriebene und in seiner Hauszeitschrift erschienene Rezension des Schlüsselwerks von Stephen Batchelor “Buddhism without beliefs”, auf Deutsch erschienen unter “Buddhismus für Ungläubige”. Der alte Matador und bis dato unangefochtene Platzhirsch Sangharakshita lässt sich herab und steigt erneut in die Arena um, wie er selbst schreibt, nach 15 Jahren wieder eine – und gleich 24-seitige! - Buchrezension zu schreiben. Da muss sich jemand herausgefordert gefühlt haben. Lösen wir uns aber von den theatralischen Elementen dieser Auseinandersetzung und gehen auf den Inhalt der Auseinandersetzung ein.
Sangharakshita unterstützt eine Reihe von Positionen Batchelors, so zum Beispiel die Ablehnung der religiösen Annahme einer Wiedergeburt und der Ausschließlichkeit von Karma als bestimmenden Faktor für unsere jetzige Existenz; beide haben eine in Nuancen unterschiedliche agnostische Haltung in dieser Frage. Auch Batchelors Aussagen zur Bedeutung von auf Empathie gegründete ethischer Integrität, der (neuen) Rolle von Freundschaft in der Vermittlung buddhistischer Lehre sowie der Rolle von Imagination und Kultur als Teil der Vermittlung teilt er. Aber schon bei der Frage, ob die spirituelle Freundschaft im buddhistischen Kontext hierarchisch sein darf, scheiden sich die Geister. Sangharakshita behauptet im Kanon mit (fast?) allen traditionellen Schulen, dass es Stufen der Weisheit oder gar Erleuchtung gebe, weswegen sich das von Batchelor auch in die Praxis umgesetzte demokratische Prinzip im buddhistischen Zusammenhang verbiete. Dahinter verbirgt sich der eigentliche Kern des Zwists: Wiederum allein auf weiter Flur lässt Batchelor offen, ob es überhaupt Erleuchtung gibt – ein Sakrileg! Der Mensch auf dem buddhistischen Weg solle sich auf einer Haltung des Nicht-wissens gestützt nur immer neue und tiefergehende Fragen stellen. “Ongoing questioning” – that’s it. So wirft Sangharakshita Batchelor denn auch vor, in seinem Buch Meditation auf das Wahrnehmen von dem, was jetzt ist, zu reduzieren, “ignoring as it does all higher spiritual experience”. Kern der Kritik ist also, dass in Batchelor’s Darstellung jede höhere geistige Erfahrung und insbesondere die der Erleuchtung negiert wird. Damit hat nicht nur Sangharakshita, sondern so gut wie jeder Buddhist ein Problem. Strebt er doch auf diesen Zustand hin bzw. hat er ihn doch in Ansätzen schon erreicht.
Ich teile diese Kritik an der von Batchelor damals vertretenen Meinung auf Erkenntnisebene, zumal wenn er – entgegen seiner agnostischen Grundhaltung die Existenz eines derartigen Zustandes an manchen Stellen tendenziell verneint, als die Frage völlig offen zu lassen. Einen solchen Zustand mindestens für möglich zu halten ist umso tunlicher, als alle spirituellen Traditionen auf einen solchen Zustand zeigen; Batchelor selbst erkennt an, dass es diese Wegweiser (“Pointer”) gibt. Er selbst erkennt auch wenigstens einen Zustand des “Awakening” an, der freilich nicht statisch und materialisiert, sondern offen und prozesshaft ist (siehe zur Überprüfung das in die Tiefe gehende Interview des Herausgebers der Zeitschrift “What is Enlightenment” mit Batchelor in Ausgabe 14 der Zeitschrift). Dieses Erwachen beziehe sich nicht auf etwas Absolutes, sondern einen “ineinander verwobenen Komplex von Wahrheiten”, die mit dem Leiden zu tun haben.
Allerdings hat Batchelor vielleicht mit seiner Meinungsäußerung ein legitimes pragmatisches Ziel verfolgt – und insofern Recht gehabt: Über Erleuchtung etc. wird allenthalben genug gesprochen und geschrieben, ohne dass für die Menschen auf dem Weg dies sonderlich hilfreich wäre. Vielleicht kann es motivieren, einen solchen Zustand anzunehmen. Vielleicht aber demotiviert diese Annahme auch, wenn man den Zustand nach einigen Jahren noch immer nicht erreicht hat. Aus der Perspektive desjenigen, der (noch) nicht sehr weit gekommen ist, stellen sich andere Fragen als die nach Erleuchtung. Hier geht es erst einmal darum, offen für die existenziellen Fragen von Leben und Tod und den Prozess des Fragens zu werden, Vertrauen in den Weg und die unmittelbare eigene Erfahrung zu gewinnen, die Wahrnehmung zu schulen und Konzentration zu lernen. Batchelor nimmt diese Perspektive ein und beschäftigt sich mit den ersten gedanklichen und Erlebnisschritte eines westlichen Menschen auf dem Weg, scheint mir. Kurz: für Menschen am Anfang des Weges ist das Buch gedacht, nicht für Leute mit 50-jähriger Meditationserfahrung wie Sangharakshita. Für weniger Erfahrene baut Batchelor eine neue handfeste Brücke durch ein komplementäres Verständnis des buddhistischen Wegs, in dem der Ausgangspunkt und Prozess im Vordergrund steht. Und das ist gut so.
Ich sehe allerdings wie Sangharakshita bei Batchelor die Gefahr, dass er in seinen Schriften der 90er Jahre aus der agnostischen Grundhaltung gelegentlich in eine wissenschaftsgläubige gerutscht ist. Und ich halte es für notwendig zu erkennen, dass Batchelor nicht immer aus einer originär buddhistischen Perspektive zu schreiben auch nur vorgibt; weswegen ein Gegencheck mit den buddhistischen Traditionen Not tut, m.E. übrigens auch hinsichtlich des von Batchelor vertretenen Agnostizismus. Die von mir aufgrund einzelner Textstellen vermutete Grundhaltung Batchelors gab er einst zu, indem er in einem leider nicht mehr im Internet verfügbaren Interview kokett sagte: “In some ways, I’m not particularly interested in what Buddhism is about. I’m more interested in understanding how one can live an authentic life on Earth, and as a means to that end, I’ve found the Buddhist tradition extremely valuable.” Das Erhellende an diesem Zitat ist weniger, dass Batchelor die Leistungsfähigkeit des Buddhismus zu beurteilen gedenkt, sondern dass er dabei ein Kriterium benutzt, welches der Buddhismus gar nicht erfüllen will, nämlich Authentizität des Lebens. Wenn dies tatsächlich der Hauptblickwinkel von Batchelors Denken wäre, müsste es zwangsläufig zu einer Verschiebung des Gedankenguts weg von dem Angelpunkt des Buddhismus kommen: der Beendigung des Leidens. Diesen Aspekt von Batchelors Denken der 90er Jahre kritisch zu erwähnen, heißt umgekehrt nicht, seine Verdienste um einen erleichterten Zugang zum Buddhismus für Menschen moderner oder westlicher Tradition zu schmälern.
Nach meinem Eindruck hat sich Stephen Batchelor, den ich mittlerweile in einem Seminar erlebt habe, von der früheren, teilweise sehr pointiert agnostischen Interpretation des Buddhismus distanziert. Ich vermute, dass Grund hierfür die intensive Beschäftigung mit dem Schlüsselwerk des von allen Traditionen geschätzten Nagarjuna1 gewesen sein könnte. Es muss einem zukünftigen Biographen überlassen bleiben, die hier behauptete leichte Schwankung und die Gründe hierfür zu verifizieren.
Die Organisationen der Stars
Aus der Selbstdarstellung der von Sangharakshita gegründeten Organisation FWBO : “Die Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens (FWBO), die 1967 in England gegründet wurden, versuchen, den Buddhismus in Formen zu präsentieren und auszudrücken, die den Lebensbedingungen westlicher Industriegesellschaften angemessen sind. Insofern sind die FWBO in gewisser Weise "revolutionäre und eine "neue" buddhistische Bewegung. Gleichzeitig versuchen sie, der Essenz des Buddhismus, die von universeller Gültigkeit ist, treu zu bleiben. So gesehen sind sie eine völlig "traditionelle" buddhistische Bewegung, die sich nur äußerlich an veränderte soziale und kulturelle Bedingungen anpasst.
Die FWBO versuchen, von allen buddhistischen Schulen diejenigen Methoden und Praktiken zu übernehmen, die für Menschen im Westen hilfreich und angemessen sind. Die FWBO sind dabei keiner Richtung des Buddhismus besonders verpflichtet, sondern folgen der buddhistischen Tradition als ganzer.”
Auch hier wieder ist Sangharakshita letztlich eher auf der klassischen bzw. östlichen Seite. Sein FWBO besteht aus rechtlich unabhängigen örtlichen Gruppen, die aber vermutlich kraft der Autorität von Sangharakshita, seinen unmittelbaren Gefolgsleuten und den eingesetzten Lehrern eher eng auf Linie bleiben. Meine Vermutung stützt sich auf vier Elemente: Die Autorität Sangharakshita wird allenthalben betont. Zweitens habe ich anders als bei Zen-Organisationen und dem “Diamantweg”-Buddhismus von Lama Ole Nydahl (s.o.) nichts von Abweichungs- oder gar inneren Konflikten oder gar Abspaltungsversuchen örtlicher Gruppen gehört (wenn man von einer eher in der Öffentlichkeit ausgetragenen Auseinandersetzung um das sexuelle Verhalten Sangharakshitas absieht). Drittens tritt die Organisation unter einem einheitlichen Label auf, was für innere Homogenität spricht. Viertens betont Sangharakshita selbst auf der englischen Homepage des FWBO die Bedeutung einer festen Struktur: “But while there can be no integration of Buddhism into Western society without an Order, equally that Order itself must be an integrated Order in the sense of being without serious internal divisions, that is, divisions between Buddhists of different kin ds. It must be a unified Order.” (Zitat am 22.5.2004 entnommen aus: http://www.fwbo.org/western_culture.html bzw. http://www.fwbo.org/sangharakshita/buddhism_in_the_west.html, zwei Artikeln, in denen Sangharakshita seine Sichtweise einer Integration des Buddhismus in den Westen bzw. sogar überpointiert des Westens in den Buddhismus ( !) darstellt)
Anders die Struktur, die Stephen Batchelor am nächsten steht. Zentrum sind das Gaia House sowie das für längere Aufenthalte gedachte Sharpham College im süd-westlichen England. Batchelor wird vom Gaia-House als Lehrer wie andere auch geführt und hat keine Leitungsfunktionen inne. Inhaltliche Leitungsfunktionen und Personalfragen in Bezug auf die Lehrer werden von einem Gremium wahrgenommen, organisatorische Alltagsangelegenheiten von einem Executive Director entschieden. Vielleicht sollte die Beschreibung der Struktur hier enden. Aber dies würde die Realität verkürzen: In dem Rundbrief des Gaia-House (und früher sogar auf der Homepage) werden zahlreiche unabhängige Kleingruppen oder auch nur einzelne Kontaktpersonen überwiegend aus dem englischsprachigen Raum aufgeführt. Für sie legt das Gaia-House nicht die Hand ins Feuer, signalisiert aber eine Verbindung. Das passt zu verschiedenen Passagen in von Batchelor gegebenen Interviews, in denen er ein nicht-hierarchisches Netzwerk von unabhängigen Gruppen befürwortet. Es passt auch zu dem Reisekalender von Stephen Batchelor und seiner Frau Martine Batchelor, in dem sich fast unbekannte örtliche Gruppen oder auch pluralistischen Zentren wiederfinden.
Beide Strukturen haben aber ein wichtiges Merkmal gemeinsam : Sie beziehen sich auf den Buddhismus insgesamt, nicht einzelne Strömungen. Sie teilen diese Eigenschaft mit der kleinen, ähnlich wie die FWBO verfassten, aber von Lama Anagarika Govinda gegründeten Orden AMM (Kontaktdaten über www.buddhismus-info.de) Ich glaube, dass diese Gemeinsamkeit kein Zufall ist. Mit einer Anlehnung an nur eine Schule wird es nicht möglich sein, einen westlichen Buddhismus zu entwickeln. Nur der Vergleich verschiedener Traditionen hebt das kulturelle Beiwerk hervor, so dass man, wenn man will, bewusst darauf verzichten kann und trotzdem der buddhistischen Lehre näher kommt. Vielleicht sind denn auch diejenigen Zentren und Meditationsgruppen die Keimzellen für einen westlichen Buddhismus, die sich sehr wohl zur buddhistischen Tradition insgesamt, aber eben nicht nur einer Schule bekennen. Ein Beispiel für eine solche unabhängige Gruppe finden Sie unter http://www.buddhayana-ev.de/index.htm. Im Gruppen- und Veranstaltungsverzeichnis der DBU unter www.buddhismus-info.de dürften sich sicher noch mehr “neutrale” Gruppen finden.
Mit Sangharakshita, Batchelor, Payer, Gruber und Ficicchia sind wir aber schon am Ende mit unserem Latein in Sachen artikulierter westlicher Buddhismus. Die Landschaft ist also noch sehr dünn besiedelt. “Das kann’s doch nicht gewesen sein”, werden Sie vielleicht denken. Deshalb ziehen wir jetzt einen etwas weiteren Kreis. Wir fragen nach Anknüpfungspunkten für den Buddhismus in der westlichen Kultur. Und den daraus entstandenen Verbindungslinien.
Aktualisiert am: 16.07.2008 |