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15. Fragen zur Entstehung dieses Textes, die Sie
mir vielleicht gerne stellen würden
Sind Sie Buddhist? - Nein, wenn man die übliche Definition
buddhistischer Gemeinschaften zugrunde legt (80).
Aber vielleicht auch nur dann. Oder ist es nicht egal?
Wie lange haben Sie sich mit Buddhismus beschäftigt
und buddhistische Gemeinschaften besucht, bevor Sie
diesen Text schrieben? - Sieben Jahre.
Sie haben ja teilweise recht provokative Thesen (81).
Sind Sie sicher, dass das auch stimmt, was Sie da
schreiben? Ich bin ziemlich sicher, dass der Text
nicht nur eine relativ griffige erste Annäherung ist,
sondern "stimmt"; sonst würde ich ihn nicht
veröffentlichen. Der Anspruch einer absoluten Wahrheit
liegt mir freilich fern. Die von mir beschriebenen
Elemente kommen mir wie ein Puzzle vor, was sich so
und eben nicht anders zusammenfügen lässt.
Sind Sie sicher, dass es da nicht noch tiefere Ebenen
gibt, die Sie nicht durchschauen? Ich gehe sogar davon
aus! Es ist wahrscheinlich, dass das Puzzle eigentlich
drei- oder mehrdimensional ist, während ich nur einen
Querschnitt / eine Schicht zusammengefügt habe. Das
zweidimensionale Puzzle wird aber durch die tiefer
oder höher liegenden Schichten nicht falsch. Und ein
zusammengesetztes Puzzle kann immer noch besser Orientierung
vermitteln als einzelne, vielleicht nicht einmal zusammengehörende
Puzzlesteine (82).
Warum publizieren Sie dann, obwohl Sie noch nicht
alles durchschaut haben? Zu Beginn meiner Auseinandersetzung
mit Buddhismus hätte ich einen Überblick über diese
Zusammenhänge sehr gut brauchen können. Vielleicht
gibt es einen solchen Überblick irgendwo, aber offenbar
stößt man nicht eben leicht darauf. Wenn nur ein
Mensch durch den Text Klarheit für die Weichenstellung
"Buddhismus oder nicht Buddhismus?" gefunden
hat, hat sich die Arbeit schon gelohnt.
Von welchen Prinzipien haben Sie sich bei dem Text
leiten lassen? Ich habe mir zunächst die Fragen gestellt,
die ich mir stellen würde, wenn ich neu mit Buddhismus
in Berührung käme. Sie geben zusammen mit der dem
Buddhismus innewohnenden Struktur den Aufbau vor.
Vor allem aber habe ich mich stets bemüht, verschiedene
Perspektiven einzunehmen: die Perspektiven verschiedener
Schulen, die Perspektive der Praktizierenden, vor
allem aber auch die des den Buddhismus von außen beleuchtenden
Beobachters.
Weiterhin habe ich versucht, in die Darstellung der
Methoden nur Elemente aufzunehmen, die ich als gemeinsame
Elemente mehrerer Autoren oder Lehrer herauskristallisieren
und selbst innerlich nachvollziehen konnte.
Elemente, die ich nur in einer Schule nachweisen konnte,
habe ich ausgelassen bzw. als solche gekennzeichnet
(83).
Auf den Fußnotenapparat habe ich verzichtet, da der
Text eine praktische Hilfestellung sein soll, keine
wissenschaftliche Abhandlung. Aus dem selben Grund
nehme ich im Zweifel auch immer auf die selben Bücher
Bezug: Wenn ein Leser tiefer einsteigen oder Belegstellen
prüfen will, kommt er vorerst mit zehn statt fünfzig
Büchern aus.
Teilweise klingt bei Ihnen sehr viel Distanz zum
buddhistischen Lehrbetrieb durch. Warum? - Die ab
und an etwas drastische Ausdrucksweise und Anflüge
von Ironie mögen Sie vor dem Einschlafen bewahren;
sie tun meinem Respekt vor dem Buddhismus und letztlich
auch dem buddhistischen Lehrbetrieb keinen Abbruch.
Ohne den Lehrbetrieb geht es nicht, denn Buddhismus
ist primär eine mündliche Tradition; aus gutem Grund,
denn ohne die Rückkopplung mit dem Lehrer stellen
sich zu leicht schiefe Vorstellungen und Praktiken
ein. Allerdings sollte man Probleme oder auch nur
hinterfragungswürdige Phänomene in den buddhistischen
Strukturen nicht unter den Tisch kehren, sondern benennen.
Sonst führt man Menschen in die Irre und enttäuscht
sie.
Bevorzugen Sie eine der buddhistischen Hauptrichtungen?
- Nein. Im Gegensatz zu vielen Lehrern, die jede Strömung
für gut, ganz zufällig ihre eigene für den ICE zur
Befreiung halten, bevorzuge ich keine Schule.
Aus pragmatischen Gründen, nämlich weil das Spektrum
der dort verwendeten Techniken besonders breit ist,
habe ich hauptsächlich den tibetischen Buddhismus
studiert. Die dort betriebene Mythologisierung ist
mir freilich innerlich eher fremd: Nur zu gerne werden
m.E. die als Hilfsmittel gedachten Mythen absolut
gesetzt, teilweise auch von sich sehr westlich gebenden
Lehrern. Der auch zum Mahayana-Buddhismus zählende,
abstraktere Zen/Chan-Buddhismus (84) steht
mir daher näher. Der südasiatische Theravada-Buddhismus,
der sich schwerpunktmäßig auf die Hinayana-Vermittlungsebene
(85) konzentriert, sagt mir wegen der expliziten
Bedeutung, die er der Konzentration auf das Hier
und Jetzt (Achtsamkeit) beimisst, auch zu; schließlich
bin ich über das Thema Zeitwahrnehmung auf den Buddhismus
aufmerksam geworden. Auch teile ich die Einschätzung
einiger Mahayana-Lehrer, dass manche andere Mahayana-Lehrer
die Rolle der Hinayana-Praktiken und -lehren unterschätzen.
Durch die Darstellung in dem Text vermitteln Sie
teilweise ja selbst buddhistische Inhalte. Sehen Sie
sich als buddhistischen Lehrer? Mitnichten; dazu wäre
ich nicht befähigt und im Sinne der buddhistischen
Schulen auch nicht befugt. Eher sehe ich mich in Bezug
auf den Buddhismus als "Warentester" und
einer von vielen kleinen Brückenbauer (86);
oder noch genauer: als Kartographen für schon bestehende,
aber nicht immer wahrgenommene Brücken und die Landschaft
unmittelbar dahinter.
Insoweit Sie selbst buddhistische Inhalte vermitteln,
geben Sie teilweise Interpretationen, in denen der
Buddhismus relativ leicht mit dem pragmatischen westlichen
Weltbild vereinbar ist. Ist diese Darstellung nicht
insofern verzerrend, als tatsächlich ein Gutteil des
buddhistischen Lehrbetriebs wesentlich dogmatischer
ausgerichtet ist? - Sicher zu einem gewissen Grad.
Um ein weniger verzerrendes Bild zu zeichnen, müsste
ich zusätzlich mehr auf die kulturellen Beimischungen
des buddhistischen Lehrbetriebs und dessen Strukturen
eingehen. Dies würde den Rahmen sprengen und schon
existente Darstellungen duplizieren. Ich habe stattdessen
erstens die Metastruktur des Buddhismus beleuchtet,
zweitens an einzelnen Beispielen dargelegt, dass zwischen
buddhistischer Essenz und (meist dogmatischem) kulturellem
Beiwerk zu unterscheiden ist, und drittens das Phänomen
der Wahrheits-/ Vermittlungsebenen beleuchtet. Mit
diesen drei Elementen, so hoffe ich, kann jeder Leser
die buddhistischen Vermittlungsformen, denen er begegnet,
selbständig analysieren. Dass ich aus den Interpretationsspektren
im Zweifel mit unserem westlichen, pragmatischen Weltverständnis
gut vereinbare Interpretationen herausgegriffen habe,
hat zwei Gründe: Einerseits erleichtert es den Einstieg;
andererseits wird der Leser, solange buddhistische
Vermittlung im Westen nicht stärker den hiesigen kulturellen
Gegebenheiten angepasst wurde, früh genug mit anderen
Interpretationen konfrontiert; während die Quellen
für auf kulturelles Beiwerk verzichtende Interpretationen
noch eher rar sind. (87)
Was war der Anlass für die Auseinandersetzung mit
Buddhismus? - Ich schrieb an dem Buch ZeitLeben.
Die darin vorgestellte Mentaltechnik wollte ich nicht
ohne tieferes Verständnis anderer Mentaltechniken
publizieren. Ich suchte mir den Buddhismus als Referenzquelle
aus und erkannte überraschend einige inhaltliche Bezüge
zwischen ZeitLeben und buddhistischen Lehren.
So fing ich an, ein etwas tieferes Verständnis des
Buddhismus zu entwickeln halb aus der Innen-, halb
aus der Außenperspektive. Nach einigen Jahren meinte
ich, dass es schade wäre, dieses zweispurige Verständnis
nicht zu nutzen: Denn meistens dringen Interessierte
nicht so weit vor, als dass sie die Innenperspektive
entwickeln; oder sie tauchen so tief ein, dass sie
die Außenperspektive verlieren. Nur wenige versuchen
und schaffen es, die Balance zwischen beiden zu halten.
Warum auch? Buddhismus zu praktizieren, ist ja so
kuschelig, bereichernd und schön, sobald man die Rückenschmerzen
beim Meditieren und andere evt. auftretende Anfangsschwierigkeiten
überwunden hat!
In welchem Verhältnis stehen die Inhalte von ZeitLeben
zum Buddhismus? - Man könnte versucht sein, wesentliche
Inhalte von ZeitLeben als dem Buddhismus entliehen
anzusehen (88). Indessen stimmt dies jedenfalls
von der Entstehung her nicht: Die Hauptteile des Buches
datieren aus einer Zeit, in der ich mich noch nicht
mit Buddhismus beschäftigt hatte. Auf der Suche nach
Belegstellen für ZeitLeben traf ich dann natürlich
auch auf buddhistische Autoren (z.B. Tarthang Tulku),
aber eben auch auf die vor-buddhistische indische
Philosophie.
Auch von der inneren Ausrichtung her ist ZeitLeben
nicht dem Buddhismus entliehen. Ziel des Buches ist
nicht die Befreiung/Erleuchtung, sondern
unspirituell eingestellten westlichen Menschen Hinweise
zum Umgang mit dem zu geben, was ein Hauptfaktor und
-gut ihrer Existenz ist: eben die subjektiv empfundene
Zeit. Zuzugeben ist allerdings, dass es den buddhistischen
Weg vorbereiten kann, sich mit ZeitLeben auseinander
zu setzen (89); und dass es dabei subjektiv
einen fließenden Übergang geben kann. Zeit intensiv
wahrzunehmen kann sogar der Schlüssel für einige der
in der buddhistischen Praxis angestrebten (meditativen)
Idealzustände sein - Zeitwahrnehmung ist insofern
ein Weg neben anderen.
Planen Sie weitere Texte dieser Art? - Nein. Ich
habe meine Umwelt mit den drei Texten zur Ethik, zur
Zeit und zum Buddhismus genug belästigt und auch nicht
mehr zu sagen, als da drin steht.
Wirkt sich die Beschäftigung mit Zeitwahrnehmung
und Buddhismus auf Ihr Leben aus? - Ja. Einerseits
stellte sich im Laufe der Jahre ein Wahrnehmungsmodus
ein, der sich zwischen den in den beiden Texten beschriebenen
Zuständen bewegt. Andererseits konnte ich aufgrund
der erlangten Einsichten gar nicht mehr anders, als
von der inneren Aufmerksamkeit oder der zeitlichen
Inanspruchnahme her besonders belastende berufliche
Tätigkeiten zu meiden. Ansonsten lebe ich, wie ich
sonst auch leben würde: beruflich und/oder ehrenamtlich
engagiert, mit einer reizenden Familie sowie ein paar
sehr guten Freunden und mit Musik.
Haben Sie ganz andere Fragen? - Dann sollten Sie
mir schreiben!
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Erläuterungen
(80) Als entscheidend wird üblicherweise angesehen,
ob ein Mensch rituell Zuflucht (zu Buddha,
seinen Lehren und der buddhistischen Gemeinschaft)
genommen hat. Dieses Verständnis kann man freilich
mit einem buddhistischen Witz im wahrsten Sinne des
Wortes leer laufen lassen: "Ich weiß, dass Du
leer bist!", sagte der eine Mönch. "Wer
weiß?", antwortete der andere. Härter der historische
Buddha: "Seid euch selber führendes Licht, seid
euch selber Zuflucht, nehmt niemand sonst als Zuflucht!"
(81) Letztlich die provokativste These in
diesem Text ist die, dass nicht die Vier edlen
Wahrheiten und der Achtfache Pfad die buddhistische
Essenz ausmachen, sondern die Vermittlung eines alternativen
Weltempfindens und der methodische Aspekt des immer
weiter fortzusetzenden Hinterfragens. Insbesondere
den orthodoxen Theravada-Schulen anhängende Buddhisten
werden hier widersprechen, während die Mahayana-Buddhisten
mindestens darin zustimmen werden, dass die Vier
edlen Wahrheiten und der Achtfache Pfad nur
eine Basis sein können, nicht jedoch den Weg insgesamt
wiedergeben. Meine These stützt sich auf eine Reihe
von Unterweisungen, die Lektüre verschiedener Meditationshilfen,
daneben jedoch mittlerweile auf einen Fundus wissenschaftlicher
Belegstellen (s. u.a. den Fußnotenapparat der Nagarjuna-Übersetzung
von Guy Bugault: Stances du milieu par excellence,
Gallimard 2002, ISBN 2-07-076730-2). Die These habe
ich durch den Vergleich (und die Induktion) der verschiedenen
Vermittlungsebenen und vermittelten Inhalte gewonnen.
(82) Noch zu dem möglichen Vorwurf der Vereinfachung:
Letztlich kann man jede Fixierung von buddhistischen
Inhalten weiter hinterfragen, so selbstverständlich
auch die meinige. Das liegt einfach an dem Charakter
des Buddhismus als ständig fortgesetzte Dekonstruktion,
als Methode des ständigen Hinterfragens. Das gilt
streng genommen auch für Aussagen, die auf der Meta-Ebene
angesiedelt sind, also z.B. die Aussage, dass Buddhismus
eine ständig fortgesetzte Dekonstruktion beinhaltet
und eine Methode des ständigen Hinterfragens darstellt.
Schon der historische Buddha soll gesagt haben: "Alle
(also auch die buddhistischen) Lehren sind leer."
Dadurch entsteht das Grundproblem der Vermittlung
von Buddhismus: Die Vermittlung muss auf einer (einfachen)
Ebene ansetzen, auf welcher der Adressat noch folgen
kann, um diese Ebene, sobald sich die Inhalte eingeprägt
haben, zu hinterfragen und eine dahinter liegende
Ebene zu betreten. Wegen der unterschiedlichen Vermittlungsebenen
ist es auch so gut wie unmöglich, einen schlauen Buddhisten
zu widerlegen. Ich habe es früher ein paar mal versucht
und bin kläglich gescheitert, fast wie beim sprichwörtlichen
Pudding-an-die-Wand-Nageln; jedesmal, wenn ein gewiefter
buddhistischer Sparring-Partner eigentlich argumentativ
keinen Ausweg mehr hat, betritt er eben eine andere
Ebene - verflixt! Üblicherweise sprechen Buddhisten
von zwei Wahrheiten oder Wahrheitsebenen, der relativen
und der absoluten; was aber wiederum eine Vereinfachung
ist.
(83) Als Hauptreferenz dienten mir Kagyu-
und Nyingma-Lehren sowie - jeweils mit einer gewissen
Abstufung - Zen, Theravada und an letzter Stelle andere
tibetische Schulen (Gelugpa und Saskyapa / Sakyapa).
Diese Lehren lassen mehr oder weniger viele Elemente
der besonders reichhaltigen, breit gefächerten Kagyu-
und Nyingma-Lehren weg, weichen sonst aber nur hinsichtlich
der Terminologie oder Akzentsetzung nennenswert ab;
so jedenfalls mein Eindruck. Über die Kagyu- und Nyingma-Lehren
hinausgehende Elemente fand ich vereinzelt (z.B. die
erwähnte Kóan-Tradition des Zen), aber insgesamt doch
eher selten und nur auf der Ebene der Vermittlung,
nicht der Dogmatik. Insofern genügt dieser Text zwar
sicher nicht wissenschaftlichen Ansprüchen, ist jedoch
m.E. hinreichend abgesichert.
(84) Zum Zen-Buddhismus siehe z.B.: Za-Zen
- die Praxis des Zen von Taisen Deshimaru Roshi;
Kristkeitz Verlag, Berlin 1979; Zen/Chan ist übrigens
nur ein Teil des ostasiatischen Spektrums des Buddhismus,
vgl. Wer den Bogen beherrscht - Der Buddhismus
von Karl-Heinz Golzio; dtv, München 1997, S. 59ff,
80ff.
(85) Die im Hinayana zentralen Übungen zur Achtsamkeit
haben den großen Vorteil, dass sie sich fast von Anfang
an in den Alltag integrieren lassen. Vgl. z.B.: Kursbuch
Vipassana von Hans Gruber, Fischer Taschenbuch
Verlag, Frankfurt a.M. (verschiedene Auflagen)
(86) Auf einen weit größeren Brückenbauer, nämlich
Alan Watts, stieß ich bei der Endredaktion des Buches
ZeitLeben. Interessanterweise heißt eines
seiner Bücher Leben ist jetzt - das Achtsamkeitsbuch
(Herder, Freiburg i.Br., verschiedene Auflagen)
(87) Es sei hier mit einem Zitat von Chandrakírti
noch einmal vor der Annahme gewarnt, es gebe die eine,
einzig wahre Interpretation der buddhistischen Lehre,
der unbedingt zu folgen sei: "Jeder Zuhörer projiziert
... seine Antworten auf das Schweigen des Buddha und
glaubt, sie aus seinem Mund zu hören." Und: Der
Weise "akzeptiert keine Lehre und lehnt auch
keine ab. ... Sein Denken gleicht dem Raum."
(88) Man kann übrigens auch das Gegenteil vertreten,
dass nämlich ZeitLeben im Widerspruch zum Buddhismus
steht, insofern es nämlich in seinem Hauptteil von
einem feststehenden, materiellen Zeitbegriff ausgeht.
Buddhismus hält Zeit, wie so manch anderes, nur für
eine Illusion, oder genauer gesagt, für leer,
was nicht ganz das selbe ist, s.o..
(89) Ist eine intensive Zeitwahrnehmung, wie sie
in ZeitLeben empfohlen wird, auch für Menschen
in einer buddhistischen Ausbildung sinnvoll? - Ich
glaube nicht, dass man dieses Ziel in den ersten Jahren
der Ausbildung mit verfolgen sollte; die buddhistische
Ausbildung beinhaltet schon so viel, dass man jedenfalls
anfangs nicht noch "draufsatteln" sollte.
Man sollte es ggf. also auch hinnehmen, zu den Menschen
zu gehören, bei denen Zeit während der Meditation
nachgerade verfliegt. Zugleich habe ich deutliche
Hinweise darauf, dass eine intensive Zeitwahrnehmung
Teil oder zumindest Folge eines fortgeschrittenen
buddhistischen Bewusstseins ist. Auch vermute ich:
Auf der Basis geistiger Stabilität und Meditationserfahrung
lässt sich eine absolute Gegenwartsorientierung -
und parallel dazu: eine intensive Zeitwahrnehmung
- relativ leicht in die meditativen Zustände integrieren.
Kurz: Es besteht mindestens Kompatibilität, wenn nicht
sogar teilweise Deckungsgleichheit zwischen einer
intensiven Zeitwahrnehmung und den in der buddhistischen
Ausbildung angestrebten meditativen Zuständen.
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