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13. Erste Schritte auf dem Weg zu einer buddhistischen
Ausbildung
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Verschaffen Sie sich Orientierung über das buddhistische
Lehrangebot in Ihrer Gegend! Ein Einstieg kann der
Kauf einer buddhistischen Monatszeitschrift oder eine
Internetrecherche sein (65).
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Sammeln Sie Informationen über die in Ihrer Gegend
vertretenen Schulen bzw. Richtungen!
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Lesen Sie ein paar einführende Bücher!
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Besuchen Sie Informationstreffen derjenigen buddhistischen
Zentren, die für Sie gut zu erreichen sind und/oder
nach Ihren Kriterien für Sie am geeignetsten sind!
(66)
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Verhalten Sie sich unbedingt respektvoll und gemäß
den in den Zentren zu beobachtenden Gepflogenheiten,
damit Sie die anderen Zentrumsbesucher nicht in ihren
religiösen Gefühlen verletzen.
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Verstellen oder verrenken Sie sich jedoch nicht! Niemand
verlangt von Ihnen, sich vor einem Schrein oder einem
hohen Lehrer zu verbeugen, bloß weil es andere tun.
Und falls einmal doch: nichts wie weg, denn da scheint
etwas schief zu laufen!
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Fragen Sie in den Zentren zunächst danach, ob es einen
festen Ausbildungsweg mit einer vorgegebenen Abfolge
von Übungen gibt oder nicht. Fragen Sie weiter, ob
der Ausbildungsweg verbindlich ist und prüfen Sie
ggf., ob Sie sich mit diesem Ausbildungsweg anfreunden
könnten.
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Versuchen Sie, in dem Zentrum möglichst alle (Meditations-)
Lehrer kennen zu lernen! Prüfen Sie die Lehrer daraufhin,
ob Sie sich vorstellen können, von ihr/ihm unterrichtet
zu werden (67).
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Wenn Ihr Lehrer Ihnen etwas vorschlägt, was Sie nicht
wollen: Sagen Sie es ihm. Er wird Geduld zeigen. Er
ist dazu da, Sie auf Ihrem Weg als Freund (68, 70)
zu begleiten; er will Ihnen nichts aufdrängen.
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Seien Sie absolut offen zu Ihrem Lehrer und nehmen
Sie seine Hinweise ernst; wenn Sie es nicht (mehr)
können, suchen Sie sich einen anderen!
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Verwechseln Sie die - manchmal überwältigende - Empathie
des Lehrers nicht mit Liebe: Es ist regelmäßig keine.
Fahren Sie selber keine Filme mit Ihrem Lehrer in
der Hauptrolle! (69, 70)
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Wenn Sie kein geeignetes Zentrum bzw. keinen geeigneten
Lehrer finden: Lesen Sie und machen Sie einfache Meditationsübungen,
sofern Ihnen die Anleitungen in Büchern hinreichend
erscheinen (siehe auch im Folgenden).
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Fahren Sie hier und da auf Vorträge oder Seminare!
Verhalten Sie sich dort aber natürlich respektvoll
und zurückhaltend!
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Wenn Sie eine Veranstaltung interessiert, von der
Sie meinen, dass sie nur für Eingeweihte bestimmt
ist: Fragen Sie doch einfach nach, ob Sie als Gast
daran teilnehmen dürfen! Meist wird man es Ihnen gestatten;
oder schon die Unterscheidung Gast - Mitglied für
müßig erklären.
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Eignen Sie sich soviel Wissen an, dass Sie die buddhistische
Essenz von kulturellem Beiwerk halbwegs trennen können!
Nur so können Sie entscheiden, welches kulturelle
Beiwerk Sie zusätzlich zum Buddhismus mit übernehmen
wollen oder nicht. Denn das kulturelle Beiwerk fördert
nicht immer die Vermittlung buddhistischer Inhalte.
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Vor allem: Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut,
dass Sie nach allen Lehren schon "potentiell
erleuchtet" sind, Sie dies also "nur"
entdecken müssen; begeben Sie sich mit Zuversicht,
aber ohne Dünkel oder Ehrgeiz auf den Weg!
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Tun Sie einfach, was Ihnen mit einem vertretbaren
Aufwand möglich ist! Unverkrampfte, gelassene Stetigkeit
ist wichtiger als Schnelligkeit.
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Erläuterungen
(65) Eine Übersicht über buddhistische Zeitschriften:
www.buddhanetz.org/
.
Die beiden im deutschsprachigen Raum gängigsten Zeitschriften
sind zu finden unter: www.lotusblaetter.de
und www.ursache.at .
Adressdatenbank für Deutschland:
Unter Gruppen auf www.dharma.de
.
Adressverzeichnisse für die Schweiz: www.sbu.net ("Gruppen") und
Österreich: www.buddhismus-austria.at
unter aktuelles Programm.
(66) Sollte man die Schulen, in denen gerade
heftige Auseinandersetzungen laufen, von vornherein
meiden? Unabhängig davon, dass morgen auch in einer
anderen Schule Streit entstehen kann: Es ist nicht
unbedingt notwendig. Entscheidend sind vielmehr die
konkreten Personen, die ein bestimmtes Zentrum leiten
bzw. dort als Lehrer zur Verfügung stehen. Diese leiden
mithin selber sehr unter dem Konflikt, hatten sie
doch womöglich auch Lehrer oder Freunde, die mittlerweile
"auf der anderen Seite" stehen. Sie werden
im Zweifel ihr Möglichstes tun, um den Lehrbetrieb
von den Konfliktfolgen frei zu halten. Ein Belastungsfaktor
sind derartige Streitigkeiten freilich schon, weshalb
man sie neben anderen Kriterien bei der Wahl der Schule
berücksichtigen sollte.
(67) Möglichst sollte man auch den spirituellen
Leiter des jeweiligen Zentrums kennenlernen, also
z.B. den Lehrer der örtlichen Lehrer. Wenn es einen
spirituellen Leiter gibt, beeinflusst er stark das
Wirken der örtlichen Lehrer und steht diesen auch
als Berater zur Verfügung. In schwierigen Fragen vergewissert
sich der eigene Lehrer bei dem spirituellen Leiter.
Wenn man zu dem spirituellen Leiter kein gutes inneres
Verhältnis aufbauen kann, wird es über kurz oder lang
schwierig: Er spielt stark in das eigene Verhältnis
zu dem Lehrer hinein, auch wenn er meistens nur für
wenige Tage im Jahr in dem jeweiligen Zentrum anzutreffen
ist.
(68) Der buddhistische Lehrer gilt heute
überwiegend als
spiritueller Freund und Lotse des Lernenden
und nicht mehr als jemand, dem man sich - nach ausgiebiger
Prüfung zwar bedingungslos unterwirft. Times are a
changing! Das Verhältnis zu ihm ist der Schlüssel
für Fortschritte auf dem Weg, wie die Buddhisten
sagen. Zwar sagen die Lehrsysteme selbst, dass Menschen
in Einzelfällen auch ohne Lehrer befreit werden können
(sog. Pratyekabuddhas); dies ist jedoch die absolute
Ausnahme. Man sollte daher im Zweifel davon ausgehen:
Ohne Lehrer geht es nicht, und noch weniger ohne Meditation
als Vehikel der Einstellungsveränderung!
(69) Ein tibetisches Sprichwort lautet: "Der
Guru ist wie ein Feuer. Kommst du ihm zu nahe, verbrennst
du dich. Bleibst du zu weit davon entfernt, bekommst
du nicht genug Wärme!"
(70) Problematische Aspekte des Geschlechter- und Lehrerverhältnisses im tibetischen Buddhismus, welcher im deutschsprachigen Raum ja dominiert, beleuchtet das Buch “Göttinnen, Dakinis und ganz normale Frauen” von June Campbell. Siehe im übrigen auch www.buddhistische-sekten.de
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